Start Weltgebetstag Weltgebetstag 2014

ACFL

Weltgebetstag 2014

Drucken

Der Weltgebetstag 2014 - Ägypten

zum Thema "Wasserströme in der Wüste".

Für den Weltgebetstag 2014 haben Frauen aus Ägypten die Liturgie verfasst. Die Lebensader des Landes mit einer der ältesten Kulturen der Welt ist der Nil. Passend hierzu wurde das Thema gewählt.

Titelbild WGT 2014

Rückblick zum Weltgebetstag „Wasserströme in der Wüste“ von Annette Tausch

 Am ersten Freitag im März wurde traditionell der alljährliche Weltgebetstag gefeiert. Auch wir in Luxemburg reihten uns wieder ein in die weltweite Menschenkette, die in über 170 Ländern nach derselben Vorlage Gottesdienst feiert. Die diesjährige Liturgie stammte aus Ägypten und stand unter dem Thema „Wasserströme in der Wüste“.

Die offiziellen Gottesdienste für die Erwachsenen fanden in der Pfarrkirche St Henri in Esch/Alzette, in der Pfarrkirche St Joseph in Luxemburg-Cessange und in der Dreifaltigkeitskirche in Luxemburg statt, die Kinder- und Krabbelgottesdienste in Düdelingen und Luxemburg. Sie waren auf ökumenischer Basis vorbereitet, mehrsprachig und wurden von Frauen der römisch-katholischen und der anglikanischen Kirche, der protestantischen Kirchen von Luxemburg, aber auch der protestantischen und katholischen Auslandsgemeinden und Missionen gestaltet.

Gestaltung und Vorbereitung des Weltgebetstages der ACFL wurde wie immer vom Weltgebetstagsteam der ACFL -bestehend aus Marie-Claire Rasqué, Francine Simon und Annette Tausch- übernommen, hinzu kamen in diesem Jahr ACFL-Vertreterinnen der Sektion Luxemburg-Cessange. Ohne die tatkräftige Mithilfe der „Fraen a Mammen“ aus dieser Sektion wäre die Gestaltung des Gottesdienstes nicht möglich gewesen. Nochmals ein ganz herzliches Dankeschön hierfür! Auch möchten wir dem Chor unter der Leitung von Nathalie Nilles-Schosseler und der musikalischen Begleitung durch Paul Philippi unseren Dank aussprechen.

Salam Aleikum, d.h. der Friede soll mir dir sein, so wurden die Gottesdienstbesucher -wie es in Ägypten üblich ist- begrüßt. Direkt darauf folgte eine Meditation zum Titelbild des diesjährigen Weltgebetstages. Die muslimische Künstlerin Souad Abdelrasoul hat Ägypten als große Lotusblume dargestellt, mit dem Nil als Hauptader allen Lebens. Er bringt Wachstum, Fruchtbarkeit und Lebendigkeit. Von den Quellen bis zur Mündung erinnert er an die Geschichte des Landes mit seinen Tempeln, Statuen und Pharaonengräbern. Die Lotusblüte treibt Vielfalt in Fülle, so vielfältig wie das Leben der Frauen in Ägypten.

Das arabische Lied „Yarabba ssalami (=Du Gott des Friedens) leitete die Beschreibung Ägyptens ein: Ägypten, eines der größten Länder Afrikas, mit dem längsten Fluss der Welt und dennoch bestehend aus 96 % Wüste. Abschließend traten fünf Frauen, die die Vielfalt der Lebenssituationen von Frauen in Ägypten -damals und heute- verkörpern, auf. Eine mit einem Kleid im antiken Stil und dem Anch-Zeichen gekleidete Frau beschrieb die Hochkultur des alten Ägypten, die sich bis in die heutige Zeit auswirkt und das Land immer noch bereichert. Die Bauersfrau, charakteristisch mit Wasserkrug, beschreibt die Lebenssituation in einem kleinen Dorf: viel Arbeit, fehlende Bildung und die traditionelle Beschneidung der Mädchen. Die dritte Frau ist die Geschäftsfrau aus Kairo, die für die Regierung arbeitet und die Christin ist und sich in ihrer Gemeinde engagiert. Dann stellt sich eine Müllsammlerin aus dem ärmsten Viertel von Kairo vor, eine Christin, die keine richtige Schulbildung hat und den Müll sortiert um ihren Kindern ein besseres Leben und den Schulbesuch zu ermöglichen. Und schließlich die moderne Muslima, die Handy und Facebook nutzt um sich mit anderen zu vernetzen, die beim arabischen Frühling auf dem Tahirplatz gestanden hat um sich für Gerechtigkeit und Demokratie einzusetzen.

Der Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 35,1-2; 5-6) als Metapher für die politische Situation in Ägypten, ergänzt durch das Lied „Alle meine Quellen entspringen in Dir mein guter Gott“ folgte die szenische Darstellung der Lesung aus dem Johannesevangelium (Joh 4,4-30; 39-42), die Begegnung Jesu mit der Frau am Jacobsbrunnen. Die Erzählerin steht abseits vom Brunnen und liest ihren Text, die Samaritanerin und Jesus treten jeweils bei ihrer Erwähnung im Text der Erzählerin auf und treten an den Brunnen. Sie unterhalten sich auf Augenhöhe. Nachdem die Samaritanerin in Jesus den Messias erkannt hat, wendet sie sich an die Gottesdienstbesucher um ihnen mitzuteilen, dass sie dem Erlöser der Welt begegnet ist. Sechs Frauen stellten sich nun an den Brunnen auf dem Altar und fragten sich und uns, wonach uns dürstet. Nach mehr Zeit für mich? Nach mehr Ruhe? Nach mehr Freiheit? Nach mehr Liebe und Gerechtigkeit? Wie kann ich das erlangen? Indem ich mich mit Kunst und Kreativem beschäftige! Indem ich täglich einen Spaziergang unternehme! Indem ich singe und tanze und Gott lobe! Indem ich mich mit anderen austausche! Durch spontane Begegnungen und die Berührung eines Menschen! Dadurch kann ich wieder Anteil nehmen an all dem, was um mich herum passiert. Erfüllt von der Geistkraft Gottes kann ich von der unermesslichen Liebe Gottes erzählen, mich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen und kann neue Wege gehen. Das symbolische Wasserschöpfen unterstrich ihre Fragen -das leere Glas wurde genommen- und die Antworten -Wasser wurde geschöpft und wurde in den „Jacobsbrunnen“ geschüttet.

Nach der Kollekte, die die schöne Summe von 1.352,20 Euro erbrachte, folgte nochmals eine Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 41,18-20). Das Wasser als Gottesgeschenk, dies wurde nochmals in den Fürbitten verdeutlicht. Jede Fürbitte wurde mit der symbolischen Handlung des Wassereingießens und -austrinkens begleitet und der abschließende Segen -ebenfalls auf die Symbolik des Wassers verweisend- geleitete die Gottesdienstbesucher zur anschließenden Agape bzw. nach Hause:

 Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre.

 Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen.

 So spricht Gott: Möge Gott dich stets leiten und deine Seele sättigen an Orten der Dürre.

 Sei wie ein bewässerter Garten, wie eine Wasserquelle, die nie versiegt.

 Amen

 Bilder zu den Feiern finden Sie unter Marienland 02-2014, S. 4+5